Die Idee ist nicht ganz neu, sorgt aber offenbar immer noch für Medieninteresse: Gottesdienstbesucher mal nicht mit dem Klingelbeutel zum Geben zu nötigen, sondern ihnen Geld zu schenken. Die Lutherkirche Hannover hat’s gemacht, 5 Euro für jeden Gottesdienstbesucher. Würde auch zu Erntedank passen. (Projektbeschreibung mit Predigt und Pressespiegel)
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Konfirmanden-Studie: Qualität bleibt im Dunkeln (Kommentar)
Juni 17, 2009Die Skepsis kam mit der ersten Pressemitteilung der EKD. Zu den Ergebnissen der „Bundesweiten Studie zur Konfirmandenarbeit“ hieß es am 2. März 2009 gleich im ersten Satz: „Entscheidendes über den christlichen Glauben zu erfahren – das erwarten viele Jugendliche von ihrer Konfirmandenzeit.“ Und dann kamen die Erfolgsmeldungen, etwa: 60% der Konfirmanden geben an, „dass die Konfirmandenzeit ihnen wichtige Grundlagen gegeben hat, um über ihren Glauben entscheiden zu können“, und: „zwei Drittel der Jugendlichen sind mit ihrer Konfirmandenzeit insgesamt zufrieden“. Friedrich Schweitzer wird geradezu hymnisch zitiert: „Konfirmandenarbeit ist ein Erfolgsmodell, für die Kirche nicht weniger als für die Jugendlichen, für die Familien nicht weniger als für die gesamte Gesellschaft“.
Wie es zu einer solch positiven Gesamtwertung kommt, ist rätselhaft. Denn die Studie war explorativ angelegt, das heißt erkundend, nicht prüfend. Man könnte die Qualität der Konfirmandenarbeit anhand der umfangreichen Daten sicherlich diskutieren, allerdings verbietet es sich methodisch, Forschungsfragen (genauer gesagt: zu falsifizierende Hypothesen) zu formulieren, nachdem die Ergebnisse bereits vorliegen. Daher kann diese Studie zwar gute Dienste leisten, jetzt klare Forschungsfragen zu formulieren, um Daten zu erheben, die hart belastbar sind; wie gut es um die Konfirmandenarbeit derzeit steht, lässt sich aus ihr allerdings nicht herauslesen.
Dass es bisher weder konkrete Hypothesen noch andere Prüfwerte (etwa Benchmarks) gibt, dürfte daran liegen, dass trotz aller hauptamtlichen Beauftragten, aller Richtlinien und Institute keineswegs Konsens besteht, was Konfirmandenarbeit leisten soll. Nur mit klaren Zielbestimmungen lässt sich indes messen, wie nah wer wo und wie an diese Ziele herankommt.
Zwei Beispiele.
Erstens: Die Konfirmandenarbeit wird – schon lange – unkritisch der (außerschulischen) Bildung zugeordnet. Das kann man mit einem weit gefassten Bildungsbegriff natürlich tun, allerdings sorgt es für Unschärfe statt Kontur, wenn man mit Humboldt unter Bildung jeden „zu einer sich selbst bestimmenden Individualität und Persönlichkeit“ führenden Impuls versteht, womit die morgendliche Zeitungslektüre, jeder Ehekrach und ein Einkauf bei ALDI zu einer Bildungsveranstaltung erhoben wird.
Wenn man die Konfi-Zeit so sehen will, dann müssen aber Bildungserfolge messbar sein, und dann muss vor der Datenerhebung festgelegt sein, ob man es für einen Erfolg halten will, wenn 11% der Konfirmanden das Vaterunser und 66% den Psalm 23 nicht sprechen können. Man muss nicht an diesen Texten kleben, aber für eine Dateninterpretation braucht es Maßstäbe. Vielleicht läuft es ja erst richtig gut, wenn niemand mehr das Vaterunser kennt und stattdessen ausschließlich eigene freie Gebete formuliert werden. Das eben wäre vorab zu klären.
Vielleicht soll es aber auch um etwas anderes gehen, etwa darum, mit Gott in Berührung zu kommen und so den eigenen Glauben zu finden, dem zwar Bildung nicht schaden muss, der sich aber mit anderen Parametern messen lässt. Entsprechend anders muss eine Studie dann die Erfolge und Misserfolge der Konfirmandenarbeit erkunden.
Zweites Beispiel: Laut Erhebung haben 19% der Ehrenamtlichen eine spezielle Schulung für die Konfirmandenarbeit und ggf. noch Grundlagenkurse besucht, weitere 30% haben eine Jugendleiterschulung absolviert. Die Autoren lenken den Blick auf die übrigen 51% und sehen einen großen Fortbildungsbedarf. Darin steckt ein Verständnis von ehrenamtlichen Mitarbeitern, die erst zu kleinen Helfern ausgebildet gut im Getriebe funktionieren. Zumindest für die jugendlichen Mitarbeiter (die in der Studie leider mit den erwachsenen zusammengefasst sind) würde ich hingegen fordern: Um Gottes Willen keine Fortbildungen! Sie sollen als Jugendliche mitwirken, ihre Sichtweise einbringen, ihre Ideen – dazu dürfen sie nicht erst pädagogisch verbogen werden. Jugendliche sind Experten in Sachen Jugend, sie brauchen dafür keine Qualifizierung von Erwachsenen. (Und für die Jugendarbeits-Experten: ja, das ist eine Kritik am gesamten juleica-Konzept.)
Die Meinungen, was jugendliche Ex-Konfis in der Konfiarbeit treiben dürfen oder leisten sollen, müssen bei den verschiedenen Interessengruppen auseinander gehen. Solange aber nicht klar ist, wozu Jugendmitarbeiter gut sein können, solange kann man die Daten zur Fortbildung auch nicht allgemeingültig interpretieren.
Unter den vielen Zahlen der Studie habe ich bisher keine gefunden, die mich überrascht. Zu diskutieren wären sicherlich einige – aber auf welcher Grundlage?
Ist es beklagenswert, wenn weniger als ein Drittel der Konfis die Themen mitbestimmen können? Oder haben wir hier ein Drittel Gemeinden, die selbst nicht wissen, was sie machen sollen, und deshalb die Konfis entscheiden lassen?
Sind unsere Pfarrerinnen und Pfarrer in der Lage, das sehr große Interesse der Jugendlichen an einer Lebenssinnklärung zu befriedigen? Oder läuft die Kirche Gefahr, diese 68% der Jugendlichen zu entsetzen ob ihrer eigenen Ratlosigkeit?
Läuft bei den Konfis oder den Unterrichtenden etwas schief, wenn am Ende der Konfizeit 56% der Jugendlichen verneinen, nach den 10 Geboten leben zu wollen?
Auf solche Fragen kann es im Nachhinein keine Antworten mehr geben. Es fehlen die Zielvorgaben (die selbstverständlich nicht von den Forschern kommen können).
Unklar bleibt daher auch, worin die – kaum bezifferbaren – Defizite gründen. Dabei sagt die Alltagserfahrung etwa: es gibt Personal, das gute Konfirmandenarbeit macht, und es gibt Personal, dass ganz furchtbar rumstümpert (wie es gerade, in anderen Worten, eine Fachgruppe in der EKHN festgestellt hat). Das ist messbar, und das muss gemessen werden – allerdings nur, wenn die Verantwortlichen auch bereit sind, die (dann) zwingend notwendigen Veränderungen auf den Weg zu bringen. Das mag Aus- und Fortbildung betreffen, Arbeitsverteilung, Support, Controlling u.v.m.
Es gibt verschiedene Interessen an der Konfizeit. Theologen haben da so ihre Ideen, Kirchenvorsteher, Jugendreferenten, Eltern, die Gemeindejugend und die Konfis selbst. Sie alle müssen ihre Interessen und damit ihre Zielvorstellungen für die Konfirmandenarbeit eigenständig formulieren, um dann gemeinsam zu schauen, was davon geht und was nicht. Und sie müssen sich darauf verständigen, wer sich in welchem Umfang einbringen kann – authentisch, unzensiert, originell und damit ggf. auch widerstreitend. Die Anschlusslosigkeit der Konfirmandenarbeit gründet vor allem darin, dass diese Vielfalt der Interessen nicht gesehen wird und so viele Gemeinden ihren jugendlichen Mitgliedern nicht ermöglichen, ihre Freizeit nach eigenem Gusto als Teil der Kirche in dieser zu gestalten. Die Funktion gemeindlicher Jugendarbeit ist mindestens so unklar wie die der Konfirmandenarbeit.
Die allermeisten evangelischen Jugendlichen gehen in die Konfirmandenstunde, fahren auf die Freizeiten mit, lassen sich konfirmieren und finden das alles irgendwie okay. Ob damit aber der „kirchliche Unterricht“ mit all seinen Schnittstellen und Weichenstellungen gut aufgestellt ist, oder ob er hinter seinen Möglichkeiten, vor allem aber auch seinen Notwendigkeiten zurückbleibt und was das alles für Kirche von heute und morgen heißt, das kann die vorliegende Studie noch nicht klären. Aber sie gibt hoffentlich den Anstoß, Fragen zu entwickeln, zu diskutieren und dann zu beantworten, um die Konfirmandenarbeit weiter zu verbessern.
(Timo Rieg)

Herzlichen Glückwunsch, Exit-Team,
Januar 28, 2009zu eurem 15-jährigen Bestehen und eurem 100. Jugendgottesdienst! Seit 1994 gibt es den Exit-Jugendgottesdienst in der Johannesgemeinde Dorsten.

Gedanken zum Jugendgottesdienst-Thema „Angst“
Juni 10, 2008Jeder von uns kennt Angst. Angst vor der Prüfung in der Schule, Angst vorm Zahnarzt, Angst, mit einer schlechten Note nach Hause zu kommen, Angst alleine im Dunkeln, Angst keinen Ausbildungsplatz zu bekommen usw
Für viele Ängste gibt es eigene Fachbegriffe, mehr als 600 sind es, darunter bekannte wie
die Agoraphobie (die Angst vor weiten Plätzen) oder Odynophobie (Angst vor Schmerz); es gibt aber auch merkwürdige Ängste wie die Alliumphobie (Angst vor Knoblauch), die Allodoxaphobie (Angst vor einer Meinung) oder die Venustraphobie (Angst vor schönen Frauen).
In der Wikipedia steht dazu:
„Die Angst ist ein negatives Gefühl, das mit der tatsächlich oder vermeintlich erhöhten Wahrscheinlichkeit eines Schadens verbunden ist und bezeichnet somit eine Empfindungs- und Verhaltenssituation aus Ungewissheit und Anspannung, die durch eine eingetretene oder erwartete Bedrohung (z.B. Schmerz, Verlust, Tod) hervorgerufen wird. Der Begriff Angst grenzt sich von der Furcht dadurch ab, dass sich Furcht meist auf eine reale Bedrohung bezieht (gerichtete Angst), Angst ist dagegen meist ein ungerichteter Gefühlszustand. Im Deutschen werden „Angst“ und „Furcht“ allerdings oft synonym verwendet, obwohl es z.B. statt „Angst vor dem Fliegen“ eigentlich „Furcht vor dem Fliegen“ heißen müsste.“
Weil man gegen eine richtige Angst nichts machen kann, beschäftigt sie die Menschen auch schon immer. Niemand weiß eben, was morgen wird, ob man morgen noch gesund sein wird oder an einer schlimmen Krankheit leiden muss. Ob im Bekanntenkreis jemand stirbt – zB. plötzlich und unerwartet durch einen Unfall. Man weiß nicht, was die Politiker treiben, ob es beim Frieden bleibt oder wie so oft in der Geschichte wieder einen Krieg gibt.
Auch vorm Weltuntergang hatten die Menschen schon immer Angst, und es gab ja auch viele Katastrophen, die für einzelne Menschen, Orte, Regionen oder Länder der Untergang waren. Und derzeit droht uns eine weltweite Klimakatastrophe.
Man kann sich gegen Angst nicht wehren. Klar, man kann bestimmte Ängste vermeiden: wer zuhause vorm Fernseher sitzen bleibt, muss keine Angst haben, mit dem Flugzeug abzustürzen – aber es gibt eben so vieles, was wir nicht in der Hand haben, von dem wir nicht wissen, ob es gut oder schlecht wird, dass man zurecht Angst davor haben kann.
Angst ist aber auch sinnvoll! Sie schützt uns vor unüberlegtem Handeln und mahnt zur Vorsicht in Situationen, die uns schaden könnten. Unsere Angst vor Dunkelheit warnt uns, dass wir eben nicht wie Katzen auch nachts noch genug sehen,sondern sehr hilflos sind. Höhenangst bewahrt uns vor Übermut beim Klettern. Völlige Angstfreiheit zu erreichen ist nicht nur nicht möglich – es wäre auch gar nicht erstrebenswert. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen beispielsweise, dass eine „mittlere Aufgeregtheit“ vor Prüfungen optimal ist: völlige Gleichgültigkeit oder hohe Erregung führen zu schlechteren Ergebnissen.
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Mit den wirklich großen, bösen Ängsten sind wir Menschen immer allein. Auch wenn einem die Familie beisteht, wenn man Freunde hat, wenn man selbst sehr mutig ist: wir haben es nicht in der Hand, was morgen passiert.
Selbst Jesus hat das erleben müssen. Gerade war Ostern, da haben wir seine Passions-Geschichte ja wieder gehört, und für die Konfirmanden hatten wir ein eigenes Agapemahl dazu gemacht: Jesus wusste, dass er hingerichtet werden würde, weil er mit seinem Reden von Gott die irdischen Machthaber provoziert hatte. Und er hatte furchtbare Angst davor.
Er wollte mit einigen seiner Jünger beten, dass ihm das Leiden erspart bliebe, aber seine Jünger sind eingeschlafen und er war ganz alleine. Nur Gott blieb ihm in dieser schweren Zeit, unser Gott, den man nicht sehen kann. Gott ist der einzige, der in solchen Situationen noch bei uns ist. Gott hat schon zu Josua, dem Nachfolger des Mose, gesagt: „Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.“
Und so sehr Menschen das schon seit vielen Tausend Jahren wissen, zweifeln wir immer wieder daran, wenn es mal nicht so gut läuft. Wenn wir meinen, Gott müsste doch alle Ängste aus der Welt vertreiben. Dann klagen wir Menschen, dann verfluchen wir Gott auch mal, aber am Ende sind wir nur noch verzweifelter.
Selbst Jesus hat gezweifelt, als er sterben musste am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ hat er gerufen. Und es half alles nichts, Jesus ist gestorben. Aber dann ist er eben auferstanden und hat sich zum Beweis nochmal seinen Jüngern gezeigt.
Gott macht nicht alles heile. Er vertreibt nicht alles Böse, er schafft kein Paradies auf Erden. Aber Gott hat mit uns nichts Böses vor, und wir dürfen darauf vertrauen, dass am Ende alles Gut wird, dass es am Ende auch des längsten Tunnels Licht gibt.
Denn Jesus hat uns versprochen: „Seht, ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“

Jugendgottesdienst ist für Kirche unverzichtbar
April 22, 2008Eine recht interessante Diskussion hat eine epd-Meldung auf jesus.de ausgelöst. In einem Gespräch mit der evangelischen Nachrichtenagentur hatte Christoph Urban erklärt, wie wichtig Jugendgottesdienste für die evangelischen Kirchengemeinden seien.
Wer’s ausführlich mag, hier gibt’s die Position ausführlich: Kirche braucht Jugendgottesdienst (aus „Das vergessene Jahrzehnt“ von Christoph Urban und Timo Rieg)

Junger Gottesdienst im ZDF
April 5, 2008Der letzte Fernsehgottesdienst kam aus der Jugendkirche „Zum guten Hirten“ München. Noch ist er in der ZDF-Mediathek abrufbar. So ein richtiger Jugendgottesdienst ist es nicht geworden, aber gut: es geht in kleinen Schritten voran.

Jugo Stuttgart
März 25, 2008Der Stuttgarter Jugendgottesdienst wird regelmäßig komplett auf kirchenfernsehen.de gezeigt.